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Hexen, Wicca, Magie hat das irgendwas mit dem Göttinnenglauben zu tun?

Viele, die sich Ihren Weg zur Göttin neu suchen sind verwirrt davon, überall immer bei der Recherche nach der Göttin – sei es in Büchern oder auf Webseiten, mit Hexen, Wicca und Magie konfrontiert zu werden. Wie hängt das alles zusammen?

Das ist relativ einfach: die modernen, neoheidnischen Hexen und auch die Wicca beziehen sich einfach auf die Göttin. Meistens in Verbindung mit einem männlichen gehörnten Gott. Hexen und Wicca sind sich ähnlich: Hexen bedeutet in diesem Zusammenhang Menschen (Männer oder Frauen), die magisch arbeiten. Viele moderne Hexen haben gemeinsame Regeln und Ansichten, aber nicht alle. Wicca sind quasi eine Spezialgruppe von Hexen. Es ist eine Tradition, die in Großbritannien in den Sechzigerjahren gegründet wurde. Sie umfasst ritualmagische Praktiken, ein Glaubenssystem und sozusagen eine eigene Philosophie in dem Versuch, an altes heidnisches und magisches Wissen modern anzuknüpfen. Viele moderne Hexen orientieren sich heute am Wicca, der Begriff wird sehr unterschiedliche verwendet, manchmal nur für offizielle Angehörige des Wiccas, die dazu eine Einweihungszeremonie machen müssen, manchmal als Sammelbegriff für Hexen. Auch wenn es Hexen gibt, die sich nicht am Wicca orientieren, oder nicht mit der Göttin arbeiten. Man kann also sagen die Gemeinsamkeit von Hexen, Wicca und dem Göttinnenglauben ist die anerkennung der Existenz der Göttin bzw. von Göttinnen. Außerdem feiern alle – wie fast alle neoheidnischen Gruppierungen – die Jahreskreisfeste.

Wie ist das aber nun mit der Magie?

Für mich persönlich gehört das Anerkennen der Existenz von Magie mit zum Göttinnenglauben und ich habe bisher noch keine Autorin gelesen, die in diesem Punkt eine andere Meinung vertritt. Wenn alles miteinander verbunden ist, dann ist Magie möglich. Das ist keine Sache des Glaubens, zumindest später nicht, anfangs vermutlich schon. Viele Probleme mit dem Konzept der Magie liegen einfach nur an dem Wort „Magie“. Sehr vieles, was Magie ist, ist heute nämlich inzwischen auch durch Psychologie und andere Wissenschaften (z.B. Physik) erklärbar, aber eben nicht alles. Magie bedeutet in diesem Zusammenhang, Dinge zu beeinflussen, ohne „direkt“ darauf einzuwirken, sondern durch Energie, Symbole, Rituale. Magie ist auf jeden Fall mehr als eine Selffullfilling Prophecy. Da frühere Gesellschaften – bis hinein in die Moderne, immer Magie in ihrem Weltbild und in ihrem Leben kannten, gehört es auch zum Göttinnenglauben, wie eigentlich auch zu anderen ganzheitlichen Ansätzen. Die Basis dafür ist das Wissen darum, dass alles miteinander verbunden ist. Nun muss das aber nicht bedeuten, dass jeder Mensch, der die Göttin finden will, sich zwangsläufig mit Magie beschäftigen muss. Das bleibt die Entscheidung der / des Einzelnen. Ein Akzeptieren oder wenigstens ein offenere Geist wäre aber förderlich. Der Rest kommt dann ganz von alleine…

jana

jana at rotermond.de

19.02.2004