Texte

Netze weben

Praxis auf den Göttinnenpfaden

Was tut Frau, die auf Göttinnenpfaden wandelt, was tut Mann?

Vieles :)

Heutzutage wird Religion / Mystik / Glaube als Privatsache meist alsgesehen, als etwas, dass mensch individuell oder in der Gruppe "in der Freizeit" tut - etwas, was strikt getrennt von anderen Lebensbereichen ist. Kulturen, die heidnische Glaubenssysteme haben oder hatten und in unserem Fall natürlich auch besonders Göttinnenkulturen, kennen /kannten keine Trennung wie Beruf / Freizeit. Glaube war keine Privatsache, die nur einen kleinen Bereich betrifft, sondern allgegenwärtig, überall, denn so wird / wurde die Göttin ja auch gesehen. Selbstverständlich war alles wichtig und heilig. Und noch selbstverständlicher kann die Frau (die Frauen) nicht gesellschaftlich unterdrückt oder herabgewertet werden, misshandelt, verstümmelt oder verfolgt werden, wenn sie _das_ göttliche Prinzip versinnbildlichen und Göttinspritiualität eine Gesellschaft prägt (wie dies in prähistorischen Zeiten bereits der Fall war).

Vieles was wir heute tun, wenn wir auf dem Göttinnenpfad wandeln, hat damit zu tun, für uns Wege zu finden zwischen dem, was aus einer Göttinnenzentriertensicht logisch ist und dem, was unsere heutige Gesellschaft fordert und vorgibt, zu agieren. Für uns Wege des Umgangs damit zu finden. Das reicht sehr weit. Starhawk und andere ziehen als Konsequenz aus diesen und den anderen Problemen, dass sie politisch aktiv sind, um magisch, spirituell und politisch diese Umstände zu ändern.

Andere suchen und finden andere Wege, damit umzugehen.

Immer trägt der Göttinnenpfad an uns (mindestens) eine Herausforderung: selber gesund und eigenmächtig zu werden. Und das zieht eine lange Reihe an Handlungen und weiteren Herausforderungen mit sich. Das Hinsehen, wie ich wirklich bin, das integrieren dessen, was ich an mir nicht mag und das wachsen an meinen Aufgaben, das heil werden. (Diese Themen sind übrigens nicht auf Göttinnenspiritualität beschränkt, sie sind auch in anderen Weltbildern zu finden, allerdings nicht in der vorhersschenden Mainstream-Kirche-Volksglaube Christentummischung, wohl aber in anderen christlichen Richtungen). Aus diesem Themenkomplex ergibt sich meist das, was mensch tut auf dem Göttinnenpfad: selber Antworten finden, die Spiritualität in irgendeiner Form (durch Handlungen) im Alltag verankern, an und mit sich selbst arbeiten und natürlich feiern, freuen und feiern und die Göttin erkennen und ehren, mit ihr kommunizieren.

Für all diese Themen und Tätigkeiten wählen die meisten von uns die Form von Ritualen zur Umsetzung.

Text: Wozu brauche ich Rituale?

Für diesen Thenmenkomplex ein sehr inspirierendes und empfehlenswertes Praxisarbeitsbuch ist das Buch von Starhawk und Hillary Valentine: Die zwölf wilden Schwäne.

Der Text war zu abstrakt, nicht praktisch genug? In der Ritualrubrik findest du auch Ritual- und Meditationsvorschläge und im Schlangengesang gibt es die Rubrik "Praktisch", die vom Kochen, über Rituale und Basteln Themen beinhaltet, die mit der praktischen Umsetzung des Göttinnenpfades zu tun haben.

Jana 2005