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Ishtar, die keltische Verkörperungen der Großen Mutter, die griechische Hera und Hekate, die römischen Götinnen, die ägyptischen, wie z.B. Sekhmet und Isis, Hathor und Selket. Die Liste ließe sich unendlich fortführen.

Jede Zivilisation, jede Kultur verehrte die Große Mutter, in der einen oder anderen Gestalt und huldigte in ihnen, dem Kreislauf der Natur, Ihren Aspekte und Ihrer Gestalt des Werdens und Vergehens, des Wachstums und der Zerstörung, den weiblichen Kräften, den Kräften der Natur.

Nun, das mag etwas zu wissenschaftlich für einen gelebten Glauben klingen.

Aber wenn Du in Dich selbst hineinschaust -wie ich es getan habe- wirst Du fühlen, daß die Herrin in uns, mit uns, und in allem das wächst, ist, exisitiert, stirbt oder lebt auf diesem Planeten und allen anderen Planeten.

Deshalb hat auch jedes Ding auf dieser Erde, sei es ein Stein, ein Fluß, ein Tier, ein Baum oder ein Mensch gleich welchen Glaubens und welcher Rasse, einen lebendigen Bestandteil der Göttin in sich und ist in meinen Augen beseelt. Daraus folgert, daß alle diese Schöpfungen der Herrin der tausend Namen würdevolle, achtende und wenn möglich liebevolle Behandlung verdienen.

Wie auch immer Sie zu Dir kommen mag, ist nicht die entscheidende Frage. In welcher Inkarnation, in welcher Form, mit welchem Kult, es ist nicht wirklich wichtig und es interessiert Sie auch nicht. Denn die Unterschiede macht der Mensch, für Sie sind wir alle Ihre Kinder.

Der entscheidende Punkt ist, daß wir Sie verehren, daß wir uns Ihrer Gegenwart und Ihrer Schöpfung bewußt sind - dieser Welt in all ihrer Schönheit, in all ihren Gegensätzen und Zyklen- und dankbar sind.

Sie kam zu mir in Ihrer keltischen Gestalt, aber für Dich mag es anders sein.

Ich glaube, daß alle Ihrer Gestalten und Inkarnationen noch existieren und daß sie wiederbelebt und wieder mit Macht versehen werden können - durch unsere Verehrung - unsere Aufmerksamkeit. Also versuche Dich der Ihrer Inkarnationen zu nähern, die Dich am meisten anspricht. Es wird einen Grund dafür geben.

So nur um noch einmal zu sagen, woran ich nicht glaube: Ich glaube weder daran, daß es nur einen richtigen Weg gibt zu glauben oder sie zu verehren, noch glaube ich, daß es nur eine richtige und wahre Religion gibt. Religion hat und hatte immer unterschiedliche Erscheinungsformen und unterschiedliche Kulte, aber die eigentliche pure spirituelle Kraft, der Glaube an sich, ist das, was für mich zählt und zu welchen Taten und Gedanken er mich bewegt. Nichts anderes. Wenn es aber keine wahre und einzig richtige Religion gibt, wie kann es dann Eliten, Hierarchien und Eingeweihte geben - ich meine über das Maß der Erkenntnis hinaus- zu der mehrere Wege führen. Viele Wagen fahren auf Ihrem Weg. Viele Wege führen zu Ihrem Anlitz. - Nicht einer.

Zu glauben, daß man den einzigen und richtigen Weg für spirituelles Leben und Erkenntnis gefunden hat und lebt, macht einen sehr intolerant, unachtsam, ja sogar feindselig gegenüber anderen.

Aber ich glaube, daß wir einander und Ihre ganze Schöpfung, ergo auch die Kulte, achten sollten. Wir können viel voneinander lernen, um letzlich festzustelen, daß es völlig unbedeutsam ist, welche Form ein Glauben hat, er ist von derselben Quelle gespeßt- der Mutter. Intoleranz hat uns die Ketzer- und Hexenverfolgung gebracht und die Zerstörung, so vieler, wunderbarer Religionen.

Das Christentum hat sein Gutteil dazu beigetragen. Es ist aber bei weitem nicht die einzige monotheistische Religion, die die Intolleranz für sich gepachtet hat. Selbst bestimmte "Göttinengläubige" sind intolerant - über das Maß des Erträglichen.

Also muß ich erklären, daß ich obwohl ich katholisch geboren wurde ( und sogar sie haben ihre heilige Mutter), ich halte mich in keinster Weise mehr für christlich und stehe dem Christentum sehr skeptisch bis feindselig gegenüber. Trotzdem hat Jesus uns Nächstenliebe gelehrt, was immer seine "Nachfolger" auch grauenvolles daraus machten.

Ich bin vielleicht heidnisch, gewiß nicht Wicca, Muttergötinnengläubiger des alten Weges gefällt mir am Besten. Ich glaube nicht an Neo-..., ich will zurück zu unseren verschütteten Wurzeln.

Ich würde gerne ein Netz der Toleranz, von gläubigen und sich gegenseitig liebenden Menschen, über die ganze Welt,spinnen, aber das ist ein Ziel, das weit hinter meinen Fähigkeiten und Möglichkeiten liegt, dennoch ist es ein Ziel für das zu arbeiten, es sich lohnt und ich versuche meinen kleinen, bescheidenen Beitrag dazu zu leisten.

Roibin